Sie sind hier: Angedacht / Gedanken zu Ostern
Einleitung
Ostern ist das christliche Fest der Auferstehung Jesu Christi vom Tod. Diese geschah am dritten Tag nach Seiner Kreuzigung auf Golgatha. Die Kreuzigung erfolgte am Freitag - auch Karfreitag genannt - und die Auferstehung drei Tage später, am ersten Tag der Woche, am Sonntag. Nach der jüdischen Gewohnheit wird der Freitag als erster Tag mitgezählt. Ostern ist aus theologischer Sicht das wichtigste christliche Fest.
Die Bezeichnung des Festes und einige der heute populären Symbole von Ostern haben keinen christlichen Urprung. In vielen heidnischen Religionen wird die Sonne als Lichtspenderin und göttliche Fruchtbarkeitsquelle verehrt und bei Frühlingsfesten gefeiert. Der Osterhase und die Ostereier sind heidnische Fruchtbarkeitssymbole. Einige Osterbräuche werden auf den ger- manischen bzw. keltischen Sonnenkult zurückgeführt. Nach der Christiani- sierung Europas wurde dem heidnischen Fest ein neuer Inhalt gegeben.
ER ist wahrhaftig auferstanden
Mit dieser Antwort erwidern am Sonntagmorgen die Gläubigen der östlichen Kirchen den Gruß: "Der HERR ist auferstanden"! Warum ist diese Tatsache so relevant, dass man sie heute noch als Grußformel benutzt? Wir wollen dieser Frage nachgehen.
Die Auferstehung von Jesus Christus ist eins der wichtigsten Fundamente des christlichen Glaubens. Nur der Glaube an einen gestorbenen und auferstan- denen HERRN öffnet den Menschen den Weg zur Sündenvergebung, Errettung und ewigen Herrlichkeit. Es ist der Mühe wert, in der Bibel nachzulesen, was die Evangelisten über die Begleitumstände der Auferstehung von Jesus Christus mitteilen.
Sehr früh steht Maria Magdalena am ersten Wochentag auf, um zur Gruft ihres HERRN zu eilen. Es ist noch dunkel. Wir wissen, dass sie früher einmal von sieben Dämonen besessen war und dass Jesus diese Dämonen von ihr austrieb. Sicher hat sie Ihn deshalb sehr geschätzt und geliebt. - Doch was ist das? Als sie sich der Gruft nähert, sieht sie, dass der große schwere Stein von dem Eingang weggewälzt ist. Was hat das zu bedeuten? Sie eilt weg, um diese Neuigkeit den Jüngern Jesu zu berichten.
Inzwischen ist die Sonne aufgegangen. Maria, die Mutter des Jakobus und Salome gingen zur Gruft, um den Leib Jesu zu salben. Maria Magdalene woll- ten sie dort treffen. Ihre Sorge ist der große Grabstein. Wer wird ihnen helfen, diesen wegzurollen? Zu ihrem Erstaunen finden sie das Grab offen und treten in die Gruft ein. Mit Entsetzen sehen sie dort einen jungen Mann sitzen. Dieser Engel spricht zu ihnen: "Entsetzt euch nicht; ihr sucht Jesum, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hingelegt hatten....." Die Frauen fliehen aus der Gruft und können vor Schreck vorerst nicht darüber reden.
In der Zwischenzeit berichtet Maria Magdalene aufgeregt dem Petrus und Johannes, dass der HERR aus der Gruft weggenommen wurde und sie nicht wissen, wo sie Ihn hingelegt haben. Johannes und Petrus machen sich unverzüglich auf den Weg zur Gruft. Johannes kommt als erster zur Gruft und beugt sich hinein. Was sieht er? Das Grab ist leer! Er bemerkt die leinenen Tü- cher, in die der Leib Jesu eingewickelt war. Nun ist auch Petrus angekommen, er geht in die Gruft hinein und sieht außer den leinenen Tüchern das Schweiß- tuch von Jesu besonders zusammengelegt an einer anderen Stelle. Beiden ist jetzt klar: Der HERR ist auferstanden! Beide gehen wieder heim.
Maria Magdalene weint und sieht zwei Engel in weißen Kleidern in der Gruft, die sie nach ihrer Traurigkeit fragen. Danach wendet sie sich um und sieht Jesum, ohne Ihn zu erkennen. Sie meint, Er sei der Gärtner. Sie hat den intensiven Wunsch aus Liebe und Sorge, den Leib Jesu zu finden, um ihn vor Misshandlungen zu schützen. Alle anderen waren ja weggegangen. Ist es da verwunderlich, dass Jesus sich ihr als erstem Menschen nach Seiner Aufer- stehung offenbart? (Markus- Evangelium 16,9)
Jesus nennt ihren Namen: "Maria!" Da dreht sie sich um, erkennt Ihn und sagt zu Ihm:"Rabbuni!" (Lehrer)! Einmal war Er ihr begegnet, als Er sie aus der Herrschaft der Dämonen befreit hatte. Damals lernte sie Ihn als ihren Erretter kennen. Nun begegnet sie Ihm als dem Auferstandenen! Sie ist es, die nun die herrliche Auferstehungsbotschaft den Jüngern verkündigen soll. Er wird zu Seinem Vater und ihrem Vater und zu Seinem Gott und ihrem Gott in den Himmel auffahren.
Auf dem Weg zu den Jüngern begegnet der auferstandene HERR der Maria Magdalene wiederum zusammen mit der Johanna und Maria, der Mutter des Jakobus. Jesus sprach zu ihnen: "Seid gegrüßt!" Die Frauen fallen vor Ihm nieder und umfassen Seine Füße. Nun gibt Er ihnen den Auftrag, Seinen Jüngern, die Er auch Seine Brüder nennt, mitzuteilen, dass sie Ihn in Galiläa treffen werden.
Aus dem 1.Korinther- Brief Kap.15,5 wissen wir, dass Jesus im Verlauf dieses Tages auch dem Petrus allein erschienen ist. Sicher ist da das Problem der dreimaligen Verleugnung besprochen worden, was zwischen Petrus und Sei- nem HERRN stand. Im Lukas- Evangelium Kap. 24,13-35 lesen wir noch von einer weiteren Begegnung von Jesus mit zwei Jüngern, die von Jerusalem nach Emmaus unterwegs waren.
Am Abend dieses ereignisreichen Sonntags findet noch ein Höhepunkt statt. Die Jünger haben sich aus Furcht vor den Juden hinter verschlossenen Türen versammelt, um ihre Erlebnisse zu besprechen. Plötzlich steht Jesus in ihrer Mitte! Das Erschrecken macht einer großen Freude Platz, als sie ihren HERRN an den durchbohrten Händen und Füßen erkennen. Er ist kein Geist sondern der auferstandene Jesus Christus leibhaftig.
Einmaliges Ereignis
Welch ein einmaliger Tag in der Geschichte der Menschheit ist dieser Sonntag vor fast 2000 Jahren! Die Auferstehung von Jesus Christus aus den Toten ist durch viele Zeugen belegt. Außer den genannten Personen ist Jesus noch 500 Brüdern auf einmal erschienen, wie wir im 1. Korintherbrief Kap.15 erfahren. Die Zweifler und Skeptiker müssen bedenken, dass die meisten Augenzeugen der Auferstehung noch lebten, als die Evangelien und Briefe des Neuen Testaments geschrieben und verbreitet wurden. Wäre die Auferstehung als unbewiesene Tatsache von den Jüngern Jesu behauptet worden, dann hätten nicht wenige Wochen später über 8000 Juden in Jerusalem den Glauben an den auferstandenen Christus angenommen. Dies alles geschah ja nur wenige Wegminuten von der Gruft des Joseph von Arimathia entfernt, aus der Jesus Christus auferstanden war.
Die Einwohner von Jerusalem wurden Christen, obwohl man sie deswegen verfolgt und am Leben bedroht hat. Daraus erkennt man, welche gewaltige Überzeugungskraft die Auferstehung des Gekreuzigten zur damaligen Zeit hatte. Das ist ein echter Indizienbeweis, wie die Juristen sagen.
Wir möchten jedem Leser wünschen, dass er auch an diese Auferstehungs- tatsache glaubt, indem er die angeführten Bibelstellen nachliest, und sich seine Sündenschuld von dem auferstandenen HERRN Jesus Christus vergeben lässt.
Jürgen Goldnau